Im Urlaub fotografieren

Schöne Urlaubsbilder fotografieren, und zwar mit Anspruch – die ausgewählten Fototipps unserer Autoren werden Ihnen dabei helfen, mit eindrucksvollen Bildern aus dem Urlaub zu kommen. Holen Sie sich Ideen für Urlaubsfotos, die anders aussehen als die typischen Postkartenmotive, und schöpfen Sie Inspiration dafür, wie Sie Klassiker wie Sonnenuntergänge oder Sehenswürdigkeiten neu in Szene setzen können. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken, Nachmachen und Fotografieren!

Motivtipp 1: Morgenröte – von Hans-Peter Schaub

Früh aufstehen lohnt sich – besonders für Fotografen! Nein wirklich, im Urlaub sollten Sie am frühen Morgen Zeit nehmen. Denn es lohnt sich: Neben den sprichwörtlichen Goldtönen wartet der Morgenhimmel mit einer breiten, zuweilen unwirklich bunt erscheinenden Farbpalette auf, die freilich nur für kurze Zeit anhält und sich rasch verändert. Bei leichter Bewölkung reflektieren die Wolken die Rot-, Orange- und Purpurtöne der Sonne, noch bevor sie über den Horizont steigt. Von den Wolken wiederum fällt das farbige Licht zurück auf die Erde und wird, wenn Wasserflächen im Blickfeld sind, von diesen erneut reflektiert.

Sonnenaufgang fotografieren

In den Momenten kurz vor Sonnenaufgang kann man ein besonderes Farbspektakel erleben. Besonders schön werden Bilder dann, wenn man eine Wasserfläche hat, die die Farben spiegelt – hier in der Lippe-Aue bei Hamm, Nordrhein-Westfalen.

Kleinbildsensor | 25 mm | ƒ/11 | 4 s | ISO 100 | –1 LW | Grauverlaufsfilter 0,9 ND

Früh am Morgen, der Frühnebel verzieht sich allmählich. Noch ist es ziemlich finster, denn bis zum Sonnenaufgang ist noch eine Stunde Zeit. Ich mag diese stillen, monochromen Morgenstunden in froher Erwartung eines farbigen Spektakels. Das kündigt sich kurz später an. Am Horizont zeigt sich ein rötlicher Streifen, der nach und nach breiter wird. Dort, wo gleich die Sonne über den Horizont steigt, wird das Rot immer heller und wandelt sich zu Orange. Jetzt beginnen die kleinen Wölkchen fast purpurfarben zu glühen. Die aufgehende Sonne strahlt sie an, noch bevor sie über den Horizont gestiegen ist. Die Wolken werfen das farbige Licht zurück auf den ruhig fließenden, nahezu spiegelglatten Fluss, der das himmlische Farbspektakel verdoppelt. Nur wenige Minuten dauert das Schauspiel. Die Sonne steigt über den Horizont, das Licht ist immer noch weich und warm, aber die intensiven Farben verblassen rasch.

Sonnenaufgang fotografieren 2

Der gleiche Aufnahmeort an einem anderen Tag zur selben Jahreszeit. An die Stelle des Farbspektakels treten Dunst und Reif. Kein Morgen gleicht dem anderen, trotzdem wird das frühe Aufstehen meist mit faszinierenden Urlaubsbildern belohnt.

APS-C-Sensor | 24 mm | ƒ/9 | 1/5 s | ISO 100 | –0,3 LW | Grauverlaufsfilter 0,9 ND

Im Urlaub hat man dafür am ehesten Zeit: Interessant ist es, immer wieder zum selben Aufnahmeort zurückzukommen. Denn kein Tag gleicht dem anderen. Gerade bei Sonnenaufgang tauchen Wetter und Licht die Szene in völlig unterschiedliche Stimmungen. Man kann immer wieder staunen über das, was da in den wenigen Minuten vor Tagesanbruch geschieht, und ich kann mich daran nie sattsehen. Selbst banale Landschaften wirken plötzlich dramatisch, geradezu spektakulär. Vorhersehen lässt sich so etwas allerdings nicht. Denn jeder Morgen hat sein eigenes Gesicht. Eine schöne Fotoidee ist es, die immer neuen Perspektiven in einer Fotostrecke zu inszenieren.

Landschaftsfotografie - Die Fotoschule in Bildern

Autor Hans-Peter Schaub geht es bei der Fotografie vor allem darum, sich auf ein Motiv richtig einzulassen. Heraus kommen atemberaubende Fotos. Suchen auch Sie neue Perspektiven, mehr Stimmung in Ihren Bildern und exklusive Location-Tipps?
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Motivtipp 2: Sonne im Sand – von Hans-Peter Schaub

Es soll manchen geben, der ist süchtig danach: Sonnenuntergänge sind Klassiker auf Urlaubsfotos. Vor allem an Meer und Strand ist der Sonnenuntergang das meist fotografierte Motiv auf Urlaubsbildern. Doch wer es selbst ausprobiert, wird schnell erleben, wie die Faszination bald nachlässt. Sonnenuntergänge sehen häufig sehr ähnlich aus. Und doch kann man es anders machen, wenn man das Motiv mal anders fotografiert.

Wenn Sie die Sonne direkt ins Bild nehmen, sind die gestalterischen Optionen übersichtlich. Egal, wo Sie Urlaub machen, die Wellen im Meer sind mal mehr, mal weniger hoch, für Abwechslung könnten ein schönes Schiff, ein interessanter Fels im Vordergrund oder ein paar schöne Wolken sorgen, die, von der untergehenden Sonne angestrahlt, kräftige Farben ins Spiel bringen. Doch was tun, wenn sich nichts weiter anbietet als die große Weite auf dem Meer?

Sie können das »Problem« Sonnenuntergangsfoto in Ihren Urlaubsbildern auf ganz andere Art und Weise lösen – nämlich, indem Sie die Sonne gar nicht direkt ins Bild nehmen und auf die Weite des Meeres setzen, sondern sich mit ihrem Spiegelbild befassen und die Details der Szene herausarbeiten. Spiegelbilder der Sonne bilden sich in unterschiedlicher Ausprägung auf sehr feuchtem oder noch von einem dünnen Wasserfilm überzogenen Sand – kurz nachdem die Wellen wieder zurück ins Meer geschwappt sind –, oder auch auf nassen Felsen oder Kieseln.

Sonnenuntergang fotografieren Spiegelung

Mindestens genauso schön, wie die untergehende Sonne direkt ins Bild zu nehmen, ist ihr Spiegelbild im nassen Sand. Oft ergeben sich neben dem Sonnenabbild noch zahlreiche Reflexe und Lichtspiele in den Wellen. Diese Bilder wurden am Weststrand des Darß in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen.

Kleinbildsensor | 300 mm | ƒ/9 | 1/125 s | ISO 200 | Stativ

Entscheidend bei der Suche nach schönen Sonnenspiegelbildern ist der eigene Standpunkt. Die Spiegelungen verändern sich erheblich mit der jeweiligen Augenhöhe. Suchen Sie leicht erhöhte Punkte, und gehen Sie in die Knie oder legen sich möglichst flach auf den Strand. Das mag zwar bei Passanten Verwunderung hervorrufen, meist sind die aber so damit beschäftigt, andächtig der Sonne beim Untergehen zuzusehen, dass sie Ihre vermeintlichen gymnastischen Übungen gar nicht bemerken. Also nur keine Hemmungen!

Mir gefallen meist die Spiegelungen am besten, bei denen ich die Kamera möglichst tief positioniere und dann nach Möglichkeit noch das Lichterspiel auf dem Wasser ins Bild einbeziehe. So habe ich gestalterisch mehr Optionen. Ich kann beispielsweise die Schärfe auf das sich spiegelnde Sonnenbild direkt im Vordergrund legen oder kann versuchen die Sonnenspiegelbilder im heranschwappenden Wasser einzufangen.

Sonnenuntergang fotografieren Hochformat

Im Hochformat gelingt es – trotz Telebrennweite – sowohl die untergehende Sonne als auch deren Spiegelung im feuchten Sand zu erfassen. Die Schärfe liegt hier auf dem Sand.

Kleinbildsensor | 175 mm | f/5,6 | 1/100 s | ISO 200 | +0,7 LW | Stativ

Sonnenuntergang fotografieren fließen

Auch wenn Sie Sonne gar nicht ins Bild nehmen, können Sie mit dem Licht ihrer Farbe spielen. In diesem Bild fließen durch die Langzeitbelichtung Wasser und rotes Licht zusammen.

Kleinbildsensor | 50 mm | f/16 | 1,3 s | ISO 100 | 0,9 ND | Stativ

Oder Sie versuchen sich in Ihren Urlaubsfotos mal künstlerisch. Ebenso spektakulär wie die Sonne selbst ist der Abendhimmel, wenn er sich im Meereswasser spiegelt. Das Licht erfährt vielfältige Brechungen und es entstehen Farbnuancen, die man effektvoll im Bild einfangen kann. Reizvoll kann es sein, in diesen Momenten das Fließen des Wassers durch längere Belichtungszeiten weichzuzeichnen. Schon bei einer halben Sekunde ergeben sich schöne Effekte, wenn nicht nur das Wasser selbst, sondern auch das Licht, das sich auf ihm spiegelt, zu »fließen« beginnt.

Die malerische Wirkung können Sie durch Belichtungszeiten von bis zu zwei Sekunden noch steigern. Darüber hinaus kann es passieren, dass sich die Wellen in einem milchigen Nebel auflösen und die Struktur verloren geht. Da ich mir bezüglich der Wahl der Belichtungszeit alle Optionen offen halten möchte, setze ich in solchen Situationen immer ein Stativ ein, denn selbst der beste Bildstabilisator liefert ab Belichtungszeiten von einer halben Sekunde keine scharfen Bilder mehr. Und nichts ist ärgerlicher, als besonders schöne Momente unscharf aufs Foto zu bannen.

Landschaftsfotografie – Die Fotoschule in Bildern

Hinter einem Urlaubsmotiv stecken häufig noch viele weitere Motive, die sich für spannende Bilder lohnen. Wie Sie diese finden, zeigt Ihnen niemand besser als unser Autor Hans-Peter Schaub.
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Motivtipp 3: Glühendes Gegenlicht – von Stefano Paterna

Gegenlicht sollte man meiden! So steht es in jedem Foto-ABC. Auf der sicheren Seite sind Sie mit dieser Regel auf jeden Fall, denn bei Gegenlicht entstehen allzu schnell Streulicht oder Blendenflecke im fertigen Foto. Und ganz normale Fotomotive bekommen Sie – gegen die Lichtquelle fotografiert – nur mit Blitz oder Reflektor ausgeleuchtet.

Gegenlicht birgt aber auch faszinierende Möglichkeiten. Lichtdurchlässige Motive etwa lassen sich damit effektvoll zum Leuchten bringen. Gerade wenn es um Blumen oder Blätter geht, zählt Gegenlicht zu meinen Lieblingstechniken. Die Vorgehensweise ist einfach: Positionieren Sie sich dazu einfach so, dass sich die Sonne direkt vor Ihnen befindet und durch die Blütenblätter gut erkennbar hindurchscheint. Auf dem Kameradisplay können Sie prüfen, ob eine Belichtungskorrektur notwendig ist oder nicht.

Fotografieren bei Gegenlicht

Gegen die Sonne belichtet, wirkt die Komposition durch das Leuchten der Blüte besonders attraktiv. Bei einem tiefen Standpunkt kommt auch die Umgebung zur Geltung.

120 mm | f4 | 1/1000 s | –1/3 EV | ISO 100 | Raw

Fotografieren bei Gegenlicht 2

Ein schönes Motiv bei »halbem« Gegenlicht – die knallrote Mohnblume steht im Kontrast zum umgebenden Grün. Die Sonne kam bei dieser Aufnahme seitlich von hinten.

170 mm | f6,3 | 1/160 s | –1/3 EV | ISO 100 | Raw

Die transparenten Blütenblätter geraten durch das Gegenlicht ins Leuchten. Dies trifft besonders auf orangefarbene oder rote Blumen wie den Klatschmohn zu. Mit Gegenlicht können Sie auch sehr gut die Struktur der Blütenblätter sowie die vielen feinen Härchen am Stängel herausarbeiten.

Bester Zeitpunkt für solche Aufnahmen ist der etwas fortgeschrittene Nachmittag, wenn die Sonne bereits etwas tiefer am Horizont steht. Sie wirft dann auch auf den Rest Ihres Fotos ein schönes, warmes Licht, das wunderbar zu dem Gegenlichteffekt passt.

Sobald Sonnenstrahlen direkt ins Objektiv fallen, entstehen durch das Streulicht häufig Blendenflecke, die störend aber auch effektvoll sein können. Es gibt in diesem Fall kein Richtig oder Falsch. Streulicht kann einem Foto eine zusätzliche Wirkung von Sonne, Wärme oder Sommer verleihen. Ihr persönlicher Geschmack ist entscheidend – der Effekt muss aber gewollt sein.

Fotografieren auf Reisen – Die Fotoschule in Bildern

Autor Stefano Paterna reist viel um die Welt – ständig auf der Suche nach neuen Motiven und Bildern. In seinem Buch »Fotografieren auf Reisen – Die Fotoschule in Bildern«. verrät er Ihnen viele Techniken und Ideen, die Ihre Urlaubs-, Natur-, Stadt- und Reisebilder auf ein neues Niveau bringen werden. Schauen und lesen Sie rein…

Motivtipp 4: Lichtstreifen – von Stefano Paterna

Das Lichterspiel einer Stadt bei Nacht lädt zum Experimentieren ein. Die Quirligkeit des Stadtlebens und des fließenden Verkehrs lassen sich zum Beispiel wunderbar mit Hilfe von Lichtstreifen einfangen. Auch die typischen Urlaubsbilder von bekannten, häufig fotografierten Sehenswürdigkeiten bekommen dadurch einen ganz neuen Reiz.

Langzeitbelichtung Tower Bridge

Reiseziel London, die Tower Bridge mit Lichtstreifen: Der Himmel ist noch nicht vollständig schwarz. Gerade das tiefe Blau trägt entscheidend zum Reiz des Fotos bei, und das Gebäude hebt sich gut davon ab.

24 mm | f20 | 13 s | –1 EV | ISO 100 | Raw | Stativ

Solch eindrucksvolle Bilder zu fotografieren, ist gar nicht so schwierig, wie es aussieht. Sie brauchen dafür lediglich ein Stativ und eine Kamera, mit der Sie vollständig im manuellen Modus M oder mit Verschlusszeitpriorität (oft Tv oder S genannt) fotografieren können. Bei digitalen Spiegelreflexkameras sind diese Möglichkeiten selbstverständlich; aber auch viele höherwertige Kompaktkameras sind heutzutage mit entsprechenden Optionen ausgestattet. Nicht zwingend erforderlich – aber enorm hilfreich, um störende Verwacklungen zu vermeiden – ist ein Fern- oder Zeitauslöser. Nutzen Sie alternativ den Selbstauslöser Ihrer Kamera mit einer Verzögerung von ein paar Sekunden.

Suchen Sie sich zunächst eine Stelle, an der der Autoverkehr vorbeifließt. Legen Sie dann eine sehr lange Belichtungszeit fest, damit die Autoscheinwerfer als Lichtspur dargestellt werden. Drücken Sie den Auslöser genau zu dem Zeitpunkt, wenn ein Auto vorbeifährt. Falls Sie den Selbst- oder Fernauslöser nutzen, müssen Sie hier stärker experimentieren – rechnen Sie auf jeden Fall mit ein wenig mehr Ausschuss an nicht gelungenen Bildern.

Für Blende und Verschlusszeit gibt es keine feste Regel. Zu viel hängt vom Restlicht und der Geschwindigkeit der Autos ab. Meist kommen Sie aber gut mit einer Verschlusszeit zwischen 10 und 20 Sekunden hin. Das Auto muss dabei genug Zeit haben, um sich durch das Bild zu bewegen. Als Blende wählen Sie einen mittleren Wert – guter Ausgangspunkt ist f8. Wichtig ist auch eine niedrige ISO-Einstellung. So reduzieren Sie lästiges Rauschen bestmöglich. Bei zu wenig Licht kann Ihre Kamera Probleme mit einer stabilen Fokussierung bekommen. Um dies zu vermeiden, wechseln Sie in den manuellen Fokus und achten darauf, dass Sie den Fokus auf einen visuell eindrucksvollen Bildbereich gesetzt haben.

Langzeitbelichtung Big Ben

Houses of Parliament und Big Ben: Hier hatte ich das Glück, die Lichtspuren eines Busses einfangen zu können. Die Innenbeleuchtung eines Busses ergibt faszinierende, transparente Leuchtstreifen, die das Bild diagonal durchschneiden.

24 mm | f8 | 8 s | –2/3 EV | ISO 100 | Raw | Stativ

Bevor es ernst wird, sollten Sie immer zuerst ein paar Testaufnahmen machen und prüfen, ob die Einstellungen funktionieren. Wenn Ihre Bilder überbelichtet sind, erhöhen Sie die Blendenzahl. Bei Unterbelichtung wählen Sie eine niedrigere Blendenzahl. Schafft es das Fahrzeug nicht, vollständig durch den Bildausschnitt durchzufahren und sind entsprechend die Lichtstreifen zu kurz, verlängern Sie die Verschlusszeit.

Fotografieren auf Reisen – Die Fotoschule in Bildern

Als Reisefotograf hat Autor Stefano Paterna ein ganz besonderes Gespür für ungewöhnliche Fotosituationen und besondere Bilder. Wie man es ihm nachtun kann im eigenen Urlaub oder auf Städtetour, zeigt er in seinem Buch »Fotografieren auf Reisen – Die Fotoschule in Bildern«. Kommen Sie auf den Geschmack und holen Sie sich neue Inspiration! Schauen und lesen Sie rein…

Motivtipp 5: Den Mond fotografieren – von Katja Seidel

Ob am Strand, auf der Bergalm oder in heimischer Natur – ein klarer Himmel mit hellen Sternen und einem imposanten Mond ist für Fotografen immer besonders faszinierend. Gerade im Urlaub findet man häufig solche Situationen. Haben Sie sich schon mal daran versucht? Wenn ja, werden Sie gemerkt haben, dass es gar nicht so einfach ist, den Mond in seiner ganzen Pracht aufs Bild zu bannen. Schnell scheitern Autofokus und Automatikmodus Ihrer Kamera, und am Ende haben Sie nicht mehr als einen enttäuschenden hellen Fleck auf dem Bild. Dabei können Sie schon mit wenig Aufwand alles richtig machen, und Sie benötigen noch nicht mal eine besonders teure Kamera.

Mondkrater

Diese Detailaufnahme des Mondes entstand zehn Tage vor Vollmond und zeigt eindrucksvoll die Krater und Gebirge auf der Mondoberfläche. Für solch ein Ergebnis muss die Kamera ganz still stehen und die Belichtungszeit auf den Punkt eingestellt werden.

300 mm (480 mm im Kleinbildformat) | f8 | 1/200 s | ISO 200 | Fernauslöser

Sie benötigen gar nicht viel für ein packendes Mondbild: ein möglichst stabiles Stativ, eine Kamera mit manueller Belichtungseinstellung und Live-View-Funktion, ein Teleobjektiv mit mindestens 200 oder 300 mm (alternativ einen Telekonverter) und einen Fernauslöser, wobei hier auch der kamerainterne Selbstauslöser eingesetzt werden kann.

Nehmen Sie die folgenden Einstellungen vor: Wählen Sie den manuellen Modus und einen ISO-Wert von 100 oder 200. Je nach Mondhelligkeit sollte die Blende zwischen f5,6 und f11 stehen und die Belichtungszeit zwischen 1/20 und 1/250 s eingestellt werden. Wenn Ihre Kamera die Möglichkeit bietet, aktivieren Sie die Spiegelvorauslösung. Hilfreich ist es außerdem, die Helligkeit des Displays zu dimmen.

Gehen Sie anschließend nach draußen an einen Standort mit Blick auf den Mond und setzen Ihre Kamera auf das Stativ. Stellen Sie den Objektivfokus auf »Unendlich«, die Feinjustierung erfolgt später. Platzieren Sie den Mond zunächst vertikal mittig in der linken Bildhälfte im Sucher der Kamera und fixieren Sie diese Position auf dem Stativkopf. Aktivieren Sie die Live View der Kamera, und stellen Sie die maximale Vergrößerung ein, z. B. »x10«. Hierbei sollten Sie die Hell-Dunkel-Grenze mit den Kratern in den Fokusbereich setzen. Stellen Sie die genaue Belichtungszeit anhand des Live-View-Bildes ein, wobei die Mondoberfläche nicht als überstrahlter Bereich, sondern mit entsprechender Struktur dargestellt sein sollte.

Fokussieren Sie als nächstes exakt in der maximalen Vergrößerung der Live-View-Ansicht. Häufig liefert der Autofokus auf einen stark strukturierten Bereich des Mondes bereits einen guten Ausgangspunkt. Vor der eigentlichen Aufnahme sollte der Autofokus jedoch deaktiviert sein. Achten Sie außerdem darauf, dass die Krater des Mondes auf jeden Fall möglichst scharf im Display erscheinen.

Mond fotografieren Liveview

Der abnehmende Mond auf dem Display der Kamera mit 5-facher Vergrößerung. In dieser Ansicht können Sie hervorragend die Belichtung einstellen. Die Mondkrater sollten dabei richtig zur Geltung kommen.

Verlassen Sie jetzt den Live-View-Modus der Kamera, und lösen Sie aus. Ideal ist ein Fernauslöser, im Falle eines Selbstauslösers sollte dieser auf mindestens 2 Sekunden eingestellt sein. Kontrollieren Sie die Aufnahme über die maximale Vergrößerung der Bildvorschau der Kamera. Wichtig ist hier neben der Schärfe auch die Helligkeit der Mondoberfläche. Es sollten keine Stellen überbelichtet sein, was Sie z. B. mit Hilfe des Histogramms oder der Überbelichtungswarnung in der Kamera überprüfen können.

Sie werden sehen, dass Sie mit dieser einfachen Vorgehensweise bereits an sehr gute Aufnahmen gelangen. Vielleicht müssen Sie Blende und Belichtungszeit noch ein wenig nachjustieren. Keinesfalls sollten Sie aber länger als 1/20 s belichten, denn dann führt die Bewegung des Mondes schon zu Unschärfe!

Astrofotografie – Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung

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Motivtipp 6: Tierfotos im Zoo – von Lambert Heil

Um einen Tiger vor die Kamera zu bekommen, müssen Sie im Urlaub nicht gleich eine Fernreise antreten. Mein Rat: Beginnen Sie im heimischen Zoo damit, die Tiere kennen und fotografieren zu lernen. Beobachten Sie Bewegungsabläufe, Körperhaltungen und Kopfstellungen, um ein Stück weit voraussagen zu können, was die Tiere als Nächstes tun. Und nicht zuletzt ist ein Zoo oder Wildpark auch der ideale Platz, um neue Ausrüstung in Ruhe zu testen.

Fotografieren im Zoo Tiger

Die beiden Tiger lagen ein paar Meter voneinander entfernt, als einer von ihnen plötzlich aufstand. Seien Sie auf solche Momente gefasst. Halten Sie den liegenden Tiger im Fokus, und drücken Sie im Serienbildmodus ab, wenn der andere ins Bild läuft.

Pentax K-5 | 300 mm | f4 | 1/2000 s | ISO 400 | Raw | Tierpark Hellabrunn, München

In der Tierfotografie kommt es vor allem aufs Objektiv an. Sie sollten mindestens 200 mm Brennweite dabei haben. Noch besser sind 300 mm oder mehr, um die Tiere nah heran holen zu können. Auch eine hohe Lichtstärke – etwa f2,8 bei 200 mm oder f4 bei 300 mm – ist von Vorteil, gerade wenn Sie in dunklen Häusern fotografieren wollen. Nicht zuletzt sorgt ein schönes Bokeh dafür, dass Gitter und Gehege besser verschwimmen.

Als Grundeinstellungen in der Kamera habe ich mit einem mittleren AF-Punkt, Serienaufnahme mit mittlerer Bilderzahl und einem hohen ISO-Wert von mindestens ISO 800 gute Erfahrung gemacht. Von diesen Werten kann ich mich schnellstmöglich an situationsbedingte Einstellungen herantasten.

Der Vorteil des mittleren AF-Punktes ist, dass ich damit am schnellsten bin, wenn ich eine interessante Situation im Sucher sehe. Wenn Sie länger auf eine schnelle Bewegung eines Tieres warten, ist es hilfreich, mehrere Messfelder zu aktivieren und mit einem AF-Modus zu arbeiten, der die Schärfe nachführt. Ich nutze diese Einstellung allerdings nur bei fliegenden Vögeln, da sie mich sonst einschränkt und ich durch die vielen nahen und entfernten Hindernisse im Bild, die den Autofokus stören, mehr Ausschuss produziere.

Die meisten meiner Bilder mache ich mit der Blendenvorwahl (auch Zeitautomatik) und mit offener Blende, also kleiner Blendezahl, um die Tiere freistellen zu können. Die kurze Belichtungszeit wird dabei von der Kamera gewählt. Die Zeitvorwahl (Blendenautomatik) verwende ich nur bei Vögeln, um Schärfe und Unschärfe im Flug kontrollieren zu können. Wenn Sie in dunklen Häusern, im Wald eines Tierparks oder durch eine lichtschluckende Glasscheibe fotografieren müssen, sollten Sie dennoch versuchen, die Belichtungszeiten so kurz wie möglich zu halten. Um Verwacklungen zu vermeiden, halten Sie sich an die gute alte Regel, dass die Belichtungszeit nicht länger ist als der Kehrwert Ihrer Brennweite sein sollte. Etwa über 1/300 s lang lässt sich ein Objektiv mit einer Brennweite von 300 mm kaum hinreichend still halten.

Fotografieren im Zoo und Wildpark

Bei einem Übungsflug bleibt ein Falke fast über mir stehen. Schnell wechsle ich zur Zeitvorwahl, um den Vogel in seiner schnellen Flatterbewegung scharf zu bekommen.

Pentax K-30 | 200 mm | f5 | 1/4000 s | ISO 800 | Raw | Tierpark Hellabrunn, München

Mein Rat: Wenn Sie schöne Tierfotos machen möchten, machen Sie den nächsten Zoo oder Tierpark zu ihrem zweiten Zuhause. Suchen Sie die besten Plätze, an denen die Umgebung möglichst wenig stört. Sie werden viele Motive vor die Kamera bekommen und den Bildern nicht ansehen, dass sie in Gefangenschaft aufgenommen worden sind. Vor allem aber bekommen Sie ein Gefühl für die Tierfotografie, von dem Sie auch in freier Wildbahn ganz sicher profitieren werden.

Tierfotografie – Die Fotoschule in Bildern

Autor Lambert Heil ist als Tierfotograf und Zoopädagoge sowohl im Tierpark Hellabrunn als auch in Afrika zu Hause. In seinem Buch »Tierfotografie – Die Fotoschule in Bildern« gibt er Ihnen unzählige Tipps, mit denen Sie die Kunst erlernen, wilde Tiere vor die Kamera zu bekommen und in den richtigen Situationen auszulösen.
Schauen und lesen Sie rein…