Fotografieren lernen für Anfänger

Fotografieren lernen für Anfänger

Das Fotografieren ist nicht nur ein spannendes Hobby, sondern auch eine tolle Möglichkeit, Ihren kreativen Ideen eine Form zu geben. Egal ob Sie gerne Menschen, Tiere, Gebäude oder die Natur fotografieren möchten – in Ihrem Alltag finden Sie verschiedenste Motive und Inspirationen. Und das Beste: Es ist niemals zu spät, mit dem Fotografieren anzufangen. Deswegen geben wir Ihnen in unserem Fotomagazin einen Überblick, was Sie für den Einstieg wissen müssen und wie Ihnen schon bald tolle Aufnahmen gelingen.

Was interessiert Sie konkret? Stöbern Sie in unseren Artikeln und suchen Sie Ihr Thema! Weiter unten finden Sie die ersten praktischen Tipps, um direkt loslegen zu können.

Alle Artikel unseres Fotomagazins im Überblick

Die Texte und Fotos der Artikel stammen aus unseren Büchern. Wir wünschen viel Erfolg!

Ideen und Tipps, mit denen Sie gleich loslegen können

Natürlich ist es beim Fotografieren lernen nicht nur wichtig, die Kamera bedienen zu können und auf den Auslöser zu drücken. Viel bedeutender sind die Gedanken, die hinter dem Bild stecken. Welches Motiv möchten Sie in den Vordergrund stellen und welche Aussage möchten Sie vermitteln? Mit der Idee verleihen Sie jedem Bild Ihre persönliche Note und kreieren eine einzigartige Aufnahme. Dazu geben wir Ihnen sieben nützliche Tipps und liefern zugleich Ideen für interessante Fotomotive.

Idee vs. Kamera: Was macht einen Fotografen aus?

Bildidee

Beim Fotografieren ist Ihre Idee zur Bildgestaltung viel wichtiger als die Bedienung der Kamera.

Wenn es um das Fotografieren geht, denken viele: Damit meine Fotos richtig gut aussehen, brauche ich bestimmt eine professionelle Kamera, stimmt‘s? Stimmt nicht! Die beste und teuerste Kamera allein macht noch kein gutes Foto – schließlich müssen Sie ihr erst einmal sagen, welches Motiv Sie ablichten möchten und auf welche Weise. Natürlich hilft es Ihnen beim Fotografieren, wenn Sie die Kamera bedienen können und die einzelnen technischen Komponenten für sich zu nutzen wissen. Damit allein ist es aber nicht getan. In erster Linie kommt es auf Sie als Fotografen und Ihre Kreativität an – also die Intention, die hinter dem Bild steckt. Nicht die Kamera macht Sie zum Fotografen, sondern Ihre einzigartige Idee zur Gestaltung des Bildes. Genau aus diesem Grund geht es beim Fotografieren lernen vor allem darum, dass Sie sich mit den Grundlagen der Fotografie und der Bildkomposition vertraut machen. Bevor Sie überhaupt auf den Auslöser drücken, machen Sie sich vor Ihrem inneren Auge ein möglichst genaues Bild davon, wie Sie das Motiv in Szene setzen möchten. Die Kamera erfüllt anschließend nur den Zweck, das Foto, das Sie in Ihrem Kopf bereits haben, für die Ewigkeit festzuhalten. Da die Bildidee das Kerninstrument eines Fotografen ist, ist es vollkommen egal, ob Sie mit einem Handy, einer Kompaktkamera oder einer Spiegelreflex fotografieren. Nutzen Sie für den Anfang also gern Ihr Smartphone, um sich an die Fotografie heranzutasten.

Welche Kamera eignet sich für Anfänger?

Möchten Sie es für den Einstieg doch mit einer Kamera versuchen, müssen Sie nicht gleich Unmengen an Geld für das passende Modell ausgeben. Einsteigerkameras finden Sie häufig schon für kleines Geld. Außerdem gibt es nicht die eine Kamera, die für all Ihre Zwecke am besten geeignet ist. Vielleicht haben Sie ja auch bereits eine Kamera zu Hause oder jemand aus der Familie kann Ihnen eine leihen, damit Sie das Fotografieren für sich ausprobieren können. Vor allem Anfängern empfehlen wir ohnehin, für die ersten Versuche den Automatikmodus zu nutzen. Hier passt die Kamera die Bildeinstellungen automatisch an die Szene an, sodass Sie gar nichts mehr machen müssen und sich voll auf die Bildgestaltung konzentrieren können.

Lesetipp: In unserem Artikel Technische Grundlagen der Fotografie bekommen Sie praktisches Know-how zu Kameras, Objektiven und zur richtigen Belichtung.

Sieben praktische Tipps, die Ihren Einstieg in die Fotografie erleichtern

1. Der Goldene Schnitt


Der sogenannte goldene Schnitt ist eine der wichtigsten Gestaltungsregeln der Fotografie. Demnach sollte sich das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bildes befinden, sondern immer etwas seitlich versetzt. Eine vereinfachte Form des goldenen Schnitts ist die Drittelregel: Dabei unterteilen Sie das Bild horizontal und vertikal in drei jeweils gleich große Bereiche, indem Sie sich je zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien denken. Das entstehende Gitternetz können Sie übrigens bei den meisten Kameras bei Bedarf ein- oder ausblenden. Platzieren Sie die Kernmotive möglichst entlang der Linien oder auf den Schnittpunkten – so wirkt das gesamte Bild harmonischer und aussagekräftiger.

Drittelregel

So sieht es aus, wenn Sie ein Bildmotiv gemäß der Drittelregel positionieren.

2. Spielen Sie mit den Perspektiven


Mit der Bildperspektive tragen Sie maßgeblich dazu bei, wie das Bild auf den Betrachter wirkt. Passt die Perspektive nicht zum Motiv, kann das unter Umständen unruhig wirken. Im Normalfall machen Sie nichts falsch, wenn Sie jedes Motiv auf Augenhöhe fotografieren, also weder von oben herab noch von unten hinauf. Vor allem bei Porträtaufnahmen wirkt es authentisch, wenn Sie die Person auf Augenhöhe einfangen. Regeln sind aber auch immer dazu da, gebrochen zu werden. Beispielsweise können Sie auch mit extremen Frosch- oder Vogelperspektiven Ihren Bildern das gewisse Etwas verleihen. Experimentieren Sie hier ruhig ein wenig, um herauszufinden, wie die Blickwinkel wirken.

3. Die besten Tageszeiten zum Fotografieren


Hafen zur Goldenen Stunde

Das Licht zur Goldenen Stunde verleiht dem Bild eine warme und gemütliche Stimmung

Beim Fotografieren im Freien wirkt sich die Tageszeit stark auf die Belichtung und somit auch auf die Stimmung des Bildes aus. Besonders tolle Aufnahmen machen Sie in der sogenannten Goldenen Stunde – damit ist die Zeit kurz nach Sonnaufgang oder kurz vor dem Sonnenuntergang gemeint. Das Sonnenlicht ist in diesen Zeitspannen deutlich weicher, goldener und weniger grell als mitten am Tag. So wirken Ihre Fotos gleich wärmer und ausgeglichener.

Kreative Ideen für besondere Urlaubsfotos finden Sie in unserem Ratgeber Richtig fokussieren lernen.

4. Motive im Bild planen


Machen Sie sich vor dem Fotografieren Gedanken darüber, welche Motive oder Objekte im Bild zu sehen sein sollen. Das Hauptmotiv sollte immer klar zu erkennen sein. Aber ganz wichtig: Es kommt nicht nur auf das Motiv oder die Person im Vordergrund an. Bilder werden umso spannender, wenn sie aus mehreren Ebenen bestehen, d. h. dass Ihr Hauptmotiv einen Vorder- und einen Hintergrund hat. Überlegen Sie also möglichst genau, welchen Bildausschnitt Sie wählen, wie Vorder- und Hintergrund aussehen sollen und nehmen Sie testweise ein Foto auf, um Ihre Komposition zu überprüfen. Achten Sie aber darauf, Ihr Bild nicht mit Motiven zu überladen und störende Elemente zu vermeiden.

5. Symmetrien


Beispiel für ein symmetrisches Motiv

Symmetrien lassen Bilder sofort stimmig und aufgeräumt wirken.

Neben dem Goldenen Schnitt sind auch symmetrische Motive in der Fotografie ein Gestaltungselement, mit dem Sie ohne großen Aufwand eine besondere Wirkung erzielen. Das liegt daran, dass in der Natur sehr oft Symmetrien vorkommen und sie in der menschlichen Wahrnehmung geordnet und angenehm wirken. Bei symmetrischen Motiven müssen Sie den Bildausschnitt allerdings sorgfältig wählen, damit das Bild nicht langweilig oder unbeholfen wirkt: Entweder lichten Sie die Symmetrie exakt oder stark abweichend ab. Ist zum Beispiel die Mittellinie der Symmetrie nur leicht verschoben, wirkt das Bild schnell unsauber fotografiert.

6. Natürliche Rahmen


Natürliche Rahmen, wie beispielsweise Äste, Fenster oder Häuser, werten die Bildkomposition auf und lassen das Gesamtbild stimmiger wirken. Solche Rahmen können dem Rest des Bildes Halt geben, damit einzelne Motive nicht verloren wirken. Richtig eingesetzt, können Sie das Hauptmotiv stärker in den Fokus rücken und Ihrem Bild weitere Dynamik verleihen.

7. Mit Linien den Blick lenken


Straßenführung als S-Kurve

Die Linie der S-Kurve zieht den Blick magnetisch an und lenkt ihn in die Tiefe

Neben natürlichen Rahmen können Sie auch einfache Linien nutzen, um Ihr Hauptmotiv in Szene zu setzen. Egal ob horizontal, vertikal, diagonal oder kurvig – mit natürlichen Linien lenken Sie den Blick des Betrachters – also nutzen Sie sie bewusst. Beispielsweise bringen gerade horizontale Linien Ruhe ins Bild, diagonale Linien oder kurvige Linien erzeugen Dynamik und Spannung. Sie können in jeder Szene Linien finden, die Sie nutzen können, wie Bäume, gerade oder geschwungene Straßen oder auch perspektivisch verzerrte Kanten.

Zur guten Gestaltung Ihrer Fotos empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zur »Bildkomposition in der Fotografie«.

Mehr Tipps für Einsteiger finden Sie in unseren Büchern und Fotokursen

Fotografieren lernen: Motivideen und Inspiration

Bei der Fotografie sind Ihren Ideen absolut keine Grenzen gesetzt. Gerade wenn Sie erst in die Welt der Fotografie einsteigen, legen Sie einfach los, fotografieren Sie verschiedenste Motive und experimentieren Sie mit der Bildgestaltung. Haben Sie einfach Spaß dabei, den Rest lernen Sie mit der Zeit. Ein paar spannende Anreize und Motivideen haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Ausdrucksstarke Personenaufnahmen & Porträts


Porträtfotografie

Mit der Inszenierung verleihen Sie jedem Porträt eine einzigartige Stimmung.

Porträtfotografie ist eine der beliebtesten Disziplinen der Fotografie-Welt, da jeder Mensch seine eigene Geschichte und eine einzigartige Ausstrahlung hat. Personenaufnahmen sind gerade deswegen so interessant, weil sie verschiedenste Emotionen und Stimmungen festhalten können. Bereits mit kleinen Änderungen der Kameraperspektive erzeugen Sie jeweils einen komplett anderen Ausdruck. Fotografieren Sie beispielsweise leicht von unten, wirkt die Person sofort erhabener und mächtiger. Außerdem können Sie überlegen, ob Sie die Person frontal oder mehr von der Seite aufnehmen und was im Bildausschnitt zu sehen sein soll. Am besten schnappen Sie sich Ihre Familie, Ihre Kinder oder Ihren Partner und probieren das Ganze einfach mal aus. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zur Porträtfotografie.

Fotografieren Sie Ihre Haustiere


Tierfotografie

Auch Tiere können ganz schön fotogen sein.

Ihr Hund wälzt sich auf der Gartenwiese oder Ihre Katze sonnt sich in einem Fleckchen Sonnenlicht, das auf die Couch fällt? Das ist der perfekte Moment, um die Kamera zu zücken und ein Foto zu machen. Neben Personen sind Tiere eine schöne Möglichkeit, das Fotografieren mit bewegten Motiven zu lernen. Dabei kann es vorkommen, dass die Tiere einmal nicht so wollen, wie Sie es möchten – schließlich können Sie ihren vierbeinigen Modellen keine direkten Anweisungen geben. Aber gerade das macht die Tierfotografie so spannend. Reagieren Sie spontan darauf, was das Tier macht. So fangen Sie womöglich auch ungeplant einen lustigen Moment für die nächste Grußkarte oder ein neues gerahmtes Bild an der Wohnzimmerwand ein.

Foodfotografie – zum Anbeißen gute Bilder!


Foodfotografie

Mit den richtigen Handgriffen machen Sie aus jeder Mahlzeit ein kleines Kunstwerk.

Das Essen wird gerade vom Kellner serviert, doch bevor es angerührt wird, geht der erste Griff zum Handy, um ein Bild von dem Gericht zu machen. Bestimmt haben Sie das in Restaurants und Cafés schon einmal beobachtet oder sogar selbst gemacht. Fotos vom Essen zu machen, ist heute längst keine Seltenheit mehr, doch natürlich steckt hinter der Foodfotografie noch viel mehr als nur spontane Schnappschüsse mit dem Smartphone. Auch professionelle Kameras eröffnen Ihnen viele Möglichkeiten, das Essen schmackhaft in Szene zu setzen und – im wahrsten Sinne des Wortes – in das rechte Licht zu rücken. Dabei kommt es nicht nur auf das richtige Foodstyling an, sondern auch auf die Komposition des Hintergrunds. Hier zählt jedes noch so kleine Detail, also lassen Sie einfach Ihre Kreativität spielen. Lesetipp: Alles über gute Foodfotos lesen Sie in unserem Artikel zur Foodfotografie.

Naturfotografie: Pflanzen, Blumen und Idylle


Fotografie in der Natur

Naturaufnahmen überzeugen mit bunten Farben und satten Kontrasten.

Bunte, strahlende Farben, vielseitige Lichtbedingungen und Abwechslung pur – damit bietet Ihnen die Natur die besten Bedingungen für Fotografie im Freien. Drehen Sie eine Runde durch den Garten oder lassen Sie sich beim nächsten Waldspaziergang inspirieren, Motive werden Sie in der Natur zur Genüge finden. Außerdem ergibt sich ein besonders großer Spielraum für die Art des Fotos: So können Sie zum Beispiel eine weitwinklige Landschaftsaufnahme machen und viele Motive auf einmal einfangen oder die Details einer bunten Blüte in einer Nahaufnahme festhalten. Deswegen bietet sich die Natur- und Landschaftsfotografie ideal an, wenn Sie die technischen Möglichkeiten Ihrer Kamera erkunden und sofort ausprobieren möchten.

Tipp für Naturfotografen: Wichtige Grundlagen und Praxistipps für Ihr Hobby finden Sie in unseren Artikeln Licht in der Fotografie und Richtig fokussieren lernen.