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Objekte in Photoshop entfernen – Schritt für Schritt

Kaum ein Bild ist auf Anhieb perfekt. Meist lässt sich jedoch mit kleinen Korrekturen schon viel erreichen. So wirken Bilder oft deutlich ruhiger, wenn Sie störende Objekte oder Personen entfernen.

In diesem Artikel lernen Sie unterschiedliche Korrekturarbeiten in Adobe Photoshop kennen. Robert Klaßen zeigt Ihnen, wie Sie den Bereichsreparatur-Pinsel, das Entfernen-Werkzeug und das KI-gesteuerte Generative Entfernen einsetzen. So geht Ihnen das Retuschieren mit Photoshop bald schon leicht von der Hand.

Der Bereichsreparatur-Pinsel

Adobe Photoshop bietet mit dem Bereichsreparatur-Pinsel ein leicht und effektiv anzuwendendes Tool. Benutzen Sie ihn, um Bereiche innerhalb eines Bildes ganz intuitiv zu entfernen. Die Hauptarbeit übernimmt Photoshop dabei, da die Anwendung die zu retuschierende Stelle selbstständig analysiert.

 

Golfer auf Rasen
Das zu bearbeitende Bild. Der Golfer und die Baumkrone sollen entfernt werden.

Schritt für Schritt: Objekte aus Bildern entfernen

Die Anwendung des Tools ist wirklich denkbar einfach. Kurz gesagt, wischen Sie einfach über den Bereich, der entfernt werden soll. Ich zeige Ihnen das Vorgehen an einem Golf-Motiv. Dass an diesem schönen Fleckchen Erde gegolft wird, mag ja verständlich sein. Was aber, wenn Sie die Wiese gerade für sich allein beanspruchen? Dann muss die Person sprichwörtlich das Feld räumen.

 

Schritt 1: Werkzeug einstellen

Zunächst sollten Sie stark auf die Stelle einzoomen, die Sie retuschieren wollen. Aktivieren Sie anschließend das Werkzeug Bereichsreparatur-Pinsel (J), und stellen Sie in der Optionsleiste eine Pinselgröße von etwa 70 Px ein. Aktivieren Sie zudem Inhaltsbasiert in der Optionsleiste. (Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.)
 

Optionsleiste in Photoshop
Bevor Sie das Werkzeug anwenden, stellen Sie es in der Optionsleiste ein.
Markieren der Retuschestelle in Photoshop
So markieren Sie die Retuschestelle korrekt.


Schritt 2: Werkzeug anwenden

Platzieren Sie die Pinselspitze so, dass die Person mitsamt ihrem Schläger mit einem einzigen Wisch vollständig markiert werden kann. Orientieren Sie sich dabei an der Abbildung.

Achten Sie darauf, dass Sie auch ein Stück des Rasens mit eingrenzen. Damit zeigen Sie Photoshop, welche Strukturen an der jeweiligen Bildposition zu retuschieren sind bzw. womit sie neu gefüllt werden müssen. Lassen Sie los, wenn Sie mit der Markierung zufrieden sind.

 

Schritt 3: Baumkrone retuschieren

Wenn Sie mögen, dürfen Sie auch die kleine Baumkrone auf der rechten Seite des Ausgangsbildes noch übermalen. Wischen Sie dabei aber bitte waagerecht in Richtung Seitenrand. Versuchen Sie es vom Seitenrand aus in Richtung Bildmitte, besteht die Gefahr, dass ein gräulicher Schatten entsteht.

Bild ohne Golfer
Hier ist kein Golfer mehr zu sehen ...
Bild ohne Golfer und Baumkrone
... und die Baumkrone ist auch entfernt.

Schritt 4 (optional): Reparatur wiederholen

Wenn die Stelle gut retuschiert wurde, sind Sie bereits fertig. Falls die Übergänge jedoch unsauber geworden sind, drücken Sie die Tasten (Strg)/(cmd)+(Z) und versuchen es erneut. Des Weiteren kann es interessant sein, den Mausklick ein wenig versetzt noch einmal zu wiederholen. Damit wird abermals retuschiert, und der Übergang verbessert sich meist beträchtlich.

Übrigens: Der Reparatur-Pinsel, der sich mit dem Bereichsreparatur-Pinsel in einer Gruppe befindet, wurde früher für die Retusche größerer Stellen verwendet. Durch die zunehmende Präzision des Bereichsreparatur-Pinsels verliert er jedoch an Bedeutung. Wer dennoch mit ihm arbeiten möchte, sollte wissen, dass er genauso angewendet wird wie ein Kopierstempel.

Inhaltsbasiert

Die Einstellung Inhaltsbasiert in der Optionsleiste des Bereichsreparatur-Pinsels ist in den meisten Fällen optimal, da hiermit die besten Resultate erzielt werden. Photoshop vergleicht nämlich bei dieser Einstellung Pixel, die sich in der Umgebung der markierten Stelle befinden, um sie optimal auszugleichen. Wichtige Details wie Kanten oder Schatten bleiben dabei erhalten. Aus diesem Grund war es wichtig, auch ein Stück des Rasens aufzunehmen.

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Retusche mit dem Entfernen-Werkzeug

Lassen Sie uns die Korrektur aus dem letzten Workshop erneut durchgehen – diesmal jedoch mit einem anderen Werkzeug. Wählen Sie zunächst das Entfernen-Werkzeug aus. Es befindet sich in der gleichen Gruppe, in der auch der Bereichsreparatur-Pinsel beheimatet ist.

Das Entfernen-Werkzeug
Das Entfernen-Werkzeug arbeitet perfekt.

Umkreisen Sie die Person großzügig, während Sie die Maustaste gedrückt halten. Lassen Sie erst los, wenn der Kreis geschlossen ist. In der Folge wird der Bereich innerhalb der Umkreisung ebenfalls in Pink eingefärbt (wie schon die Linie, die mit dem Entfernen-Werkzeug aufgemalt wurde) und der gesamte Inhalt von Photoshop gelöscht. Das Ergebnis ist genauso wenig zu beanstanden wie unsere erste Korrektur.

Eine neue Ebene für Korrekturen anlegen

Über die Werkzeugoptionen können Sie mit einem Häkchen vor Neue Ebene erstellen dafür sorgen, dass die Korrekturen nicht-destruktiv auf einer neuen Ebene angelegt werden und Sie gegebenenfalls daran nacharbeiten können. Wenn Sie dann weitere Korrekturen auf der neu angelegten Ebene vornehmen möchten, aktivieren Sie die Option Alle Ebenen aufnehmen.

Wollen Sie außerdem nicht, dass nach jedem Strich der ausgewählte Bereich entfernt werden soll, können Sie auch das Häkchen vor Nach jedem Strich entfernen deaktivieren. Dann können Sie mehrere verschiedene Bereiche zum Entfernen markieren und die Entfernung von Hand anstoßen, indem Sie das Häkchen in der Werkzeugleiste aktivieren.

Sollte das Entfernen-Werkzeug nicht auf Anhieb funktionieren, können Sie auch mehrmals über dasselbe Objekt malen. Photoshop generiert dabei jedes Mal eine leicht veränderte Variante. Über Modus können Sie auch festlegen, ob Sie generative KI verwenden wollen oder nicht.

Finde störende Elemente

Übrigens müssen Sie Drähte und Kabel nicht manuell markieren. Bei den Werkzeug-Optionen unter Finde störende Elemente gibt es Funktionen, die das mit einem Klick für Sie erledigen. Dort finden Sie die Schaltfläche Personen, mit der Sie alle Personen entfernen können, die nicht das Hauptmotiv sind. Die Personen werden hierbei zunächst markiert.

Bei Bedarf können Sie über das Minus-Symbol beim Entfernen-Werkzeug zu viel ausgewählte Personen wieder herausnehmen. Diese Art der Szenenbereinigung funktioniert erstaunlich gut. Dasselbe gilt auch für die Schaltfläche Drähte und Kabel, womit Sie diese mit einem Klick entfernen können.

Unerwünschte Bereiche subtrahieren

Versehentlich aufgenommene Bereiche können Sie sogar wieder abwählen, indem Sie auf den gepunkteten Kreis mit dem Minus klicken (s. Abbildung unten). Die Funktion nennt sich offiziell: Von mit Pinsel bearbeitetem Bereich subtrahieren. Alternativ dürfen Sie aber auch (Alt) gedrückt halten, was diese Option automatisch aktiviert, solange (Alt) gedrückt bleibt. Erst wenn Sie mit dem markierten Bereich vollkommen zufrieden sind, schließen Sie die Aktion ab – und zwar mit einem Klick auf das Häkchen in der Optionsleiste (s. Abbildung unten). Die Verpflichtung, den Aufnahmebereich sprichwörtlich »in einem Wisch« zu erledigen, entfällt damit. Das ist ein riesiger Vorteil des Entfernen-Tools.
 

Option Nach jedem Bild entf.
Die Option Nach jedem Strich entf. (entfernen) wird ausgegraut dargestellt, sobald Sie einen Bereich markiert haben.


Das Entfernen-Tool bringt noch einen weiteren, nicht zu verachtenden Vorteil mit: Mit Klick auf das kleine Zahnrad (s. Abbildung oben) werden die Überlagerungsoptionen angezeigt, mit denen nicht nur die Deckkraft der Überlagerung, sondern auch deren Farbe verändert werden kann. Bei Hintergründen, die Magenta nahekommen, ist es nämlich empfehlenswert, auf eine andere Farbe umzustellen. Diese Einstellung lässt sich übrigens auch aktualisieren, nachdem Sie einen Bildbereich markiert haben – vorausgesetzt, Nach jedem Strich entf. ist inaktiv.

Grobe Auswahl genügt oftmals

Sehr praktisch ist auch, dass Sie nun nicht zu genau mit dem Werkzeug arbeiten müssen. Wenn Sie beispielsweise eine Person aus dem Bild entfernen möchten, können Sie diese mit dem Objektauswahl-Werkzeug auswählen. Selbst wenn die Auswahl nicht akkurat ist, wird Photoshop versuchen, die Person sauber zu entfernen. Je nach Komplexität des Bildes müssen Sie hinterher eventuell noch einige Nacharbeiten durchführen.

Wenn Sie sich eine solide Basis in Photoshop erarbeiten wollen, ist dieses Buch perfekt für Sie geeignet. Der erfahrene Autor Robert Klaßen gibt Ihnen in »Adobe Photoshop – Der professionelle Einstieg« eine Einführung in alle Werkzeuge und in fortgeschrittene Techniken wie Farbkorrekturen, Freistellungen u. v. m. Besonders interessant: In diesem Buch sehen Sie die neuen KI-Funktionen wie Text- zu-Bild-Prompts, Generatives Füllen und Erweitern im Praxiseinsatz.

Generatives Entfernen

Sie können das Entfernen-Werkzeug auch über die kontextbezogene Taskleiste verwenden. Diese muss hierzu eingeblendet sein, was Sie über das Menü Fenster tun können. Wählen Sie nun ein beliebiges Auswahlwerkzeug, zum Beispiel das Lasso-Werkzeug, und markieren Sie den Bereich, den Sie entfernen möchten.

In der kontextbezogenen Taskleiste finden Sie daraufhin die Schaltfläche Entfernen. Wenn Sie daraufklicken, wird die Auswahl mithilfe von KI entfernt. Dabei werden die Einstellungen berücksichtigt, die Sie bei den Werkzeugoptionen des Entfernen-Werkzeugs eingestellt haben. Besonders interessant dürfte hierbei die Option Neue Ebene erstellen sein.
 

Backstube vor und nach der Retusche
Im Hintergrund wurden der Herr und andere störende Elemente mit dem Lasso-Werkzeug ausgewählt. Wenn Sie in der Taskleiste auf Entfernen klicken, wird Photoshop versuchen, die ausgewählten Objekte rückstandslos zu entfernen. Wie Sie in der Abbildung rechts sehen können, funktioniert das auf Anhieb gut.

Die Texte und Abbildungen auf dieser Seite stammen aus dem Buch »Adobe Photoshop – Der professionelle Einstieg«.
Fotos: Wiese © Rainer Sturm (pixelio.de), Bäckerei © Jürgen Wolf

Autor Robert Klaßen

Robert Klaßen

Robert Klaßen ist passionierter Digitalfotograf und als freiberuflicher Print- und Video-Designer hauptsächlich in den Bereichen Bildbearbeitung, Screendesign und non-linearer Videoschnitt tätig. Er gibt sein Wissen vor allem in Fachkunde- und Kreativ-Seminaren weiter und doziert an Bildungseinrichtungen im Fachbereich Mediendesign. Er ist Adobe Certified Expert für Photoshop. Mehr erfahren Sie auf Robert Klaßens Website.
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